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Fuck Ideologien—Ein Interview mit Anna und Iv, David Bogner, VICE Alps

Eigentlich hatten wir ja vor, in der Überschrift einen halblustigen Witz mit Adam und Eva zu machen, denn erstens klingt Anna und Iv (das wie das englische Eve ausgesprochen wird) so ähnlich, und zweitens möchten die beiden den Geschlechterkampf in der Form, die wir bis jetzt kennen dekonstruieren und die Karten neu mischen. Seit VALIE EXPORT ist hierzulande keiner Künstlerin der Durchbruch dieser weltweit eingezogenen gläsernen Decke gelungen, die auf Werke mit Muschibezug und theoretischem Konzept dahinter besonders sensibel und folglich undruchlässig reagiert. Dass das nicht an dem von Georg Baselitz eingeworfenen Idiotenargument liegt, demnach Frauen „nicht so gut“ malen, ist dem Teil der Menschheit mit zwei tatsächlich funktionierenden Gehirnhälften natürlich klar.
Also haben wir uns vor einigen Wochen mit Anna Ceeh und Iv Toshain getroffen und ein Interview geführt, das uns rein inhaltlich und auch formal etwas überfordert hat. Deshalb haben wir einfach alles niedergeschrieben und dann immer wieder Antwort-Updates erhalten. Oder Richtigstellungen, ganz wie ihr wollt.

“YES LOGO: ON THE REVIVAL OF LOGOMANIA”, BLOUIN ARTINFO CANADA

The art project FEMINismTC, however, suggests how a contemporary culture increasingly preoccupied with the tenets of shareable content — where “going viral” operates as a powerful commerce and culture engine — encourages the convergence of street wear with high art. Vienna-based artists Anna Ceeh and Iv Toshain hijack the very premise of fashion’s logo branding — sans irony, but with the “TM” being replaced by their “TC” initials as their faux trademark, obviously marked by a satirical sense — in simple T-shirts that unpack and make accessible identity politics in a playful yet intimate way.

Manifest der Diskurse von Margareta Sandhofer

FEMINismTC criticizes the ideology (“ism”), undermining the female (FEMIN), referring to the multiple meanings associated with the words: femin, feminine or woman, not real woman as such.(1)
2012 gründeten Anna Ceeh und Iv Toshain das Label FEMINismTC, ein Projekt, das die beiden Künstlerinnen in zielgerichteter Dynamik stetig weiter entwickeln und in nicht vorhersehbaren Formaten der Öffentlichkeit präsentieren. Somit ist die FEMINismTC : БAЙXTE bei Charim Projekte als eine temporäre Station eines langfristigen Unternehmens zu sehen.

Art: Electric pink-lit party pics from БАЙХТЕ

While most eyes were on Berlin Art Week this weekend, there was another spectacle in Vienna — БАЙХТЕ. There is nothing like some good glow-in-the-dark fun, especially with black-lit phrases with a purpose. In featuring feminist icons like VALIE EXPORT and Carolee Schneemann, the 14 artists in this group show were invited to use spraypaint to write what feminism means to them today.

Taking the ‘ism’ out of FEMINISM by ArtStars* (Toronto/ Berlin)

At this time of year, most eyes are on Berlin Art Week, but over in Vienna, there is one exhibition making a different kind of statement that is above and beyond your usual gallery experience.
Vienna-based artists Iv Toshain and Anna Ceeh are finally throwing forth a massive group show based upon a project idea they conjured up two years ago called FEMINismTC.

NEUE T-SHIRTS GEGEN ALTE STRUKTUREN

Neue T-Shirts gegen alte Strukturen
Almuth Spiegler, 4. Mai 2013, Die Presse

Überall Aufbruch, bei Klassikerinnen wie Florentina Pakosta, Etablierten wie Esther Stocker - und bei jungen Feministinnen.

Am Rande des Wiener Galerienwochenendes. In einem kleinen ehemaligen Tanzstudio im zweiten Bezirk. In völligem Dunkel. Glimmt es in einem wandfüllenden Spiegel plötzlich auf. Ein Logo, von dem die Wienerinnen und Wiener noch viel hören sollen – geht es nach den zwei Künstlerinnen und Aktivistinnen Iv Toshain und Anna Ceeh. Die beiden jungen Frauen, eine aus Bulgarien, eine aus Russland, merkten nämlich beide sozusagen am eigenen Leben, was vor allem in Deutschland seit geraumer Zeit diskutiert wird. Dass sich die Post-Alice-Schwarzer-Generationen mit dem Feminismus nicht so recht anfreunden können.

Alles, was bleibt, ist Liebe.

Während Iv die Truppen (Puppen) auf dem Monitor am Boden im Takt tanzen lässt, spritzt Annas Titte auf dem Bildschirm Rücken an Rücken mit Ivs Truppen munter vor sich hin. Statt phallischen Ergüssen, erhaschen wir intime Spritzer von Muttermilch, die aus der Brustwarze gepresst werden. Wie eingeschlagene Granaten stecken die vierzackigen, sternartigen Wurfmesser in Ivs Artefakten an den Wänden. Eine Kate Moss, ein schwarzer Kreis oder eine mit Wurfgeschossen ornamental verzierte Holztafel zerschmettern sich selbst in anmutender Ästhetik, während der Anker der Urzeit hoffnungsvoll in sich zu ruhen scheint. Seine empfindlichen Stellen wurden sorgsam mit kleinen Holzkeilen unterlegt, damit er im Ausstellungsensemble ja keine Verletzung durch eine „unbequeme Liegeposition am Boden“ erfährt.